Interview über tausendcaches.de

Interview über tausendcaches.de

Der Saarfuchs hat ja eine nette Serie von einigen Interviews mit Geocache-Blogs. Finde ich eine prima Idee und freue mich  auch mit dabei zu sein.

Hier zum Interview beim Saarfuchs und hier nochmal meine Antworten für mein Archiv.

Wie heißt dein Blog und wo findet man ihn im Internet?
Mein Blog heißt TausendCaches und man findet ihn unter www.tausendcaches.de .

Seit wann bist Du Geocacher und wann hast Du angefangen zu bloggen?
Ich bin regelmäßiger Cacher seit Anfang 2009, also mittlerweile seit fast 8 Jahren … kann ich selbst kaum glauben.

Meinen ersten Kontakt zum Geocaching hatte ich aber schon einige Jahre eher (ca. 2005/2006) über einen damaligen Arbeitskollegen. Zu dieser Zeit habe ich das für totalen Unsinn gehalten und ad acta gelegt 😉

Wie bist Du auf die Idee zu deinem Blog gekommen?
Ich bin 100% meiner Zeit im Internet unterwegs, arbeite beruflich als Webworker und schreibe schon seit 2004 in verschiedenen Blogs – habe das aber immer wieder wegen Familie, Zeit usw vernachlässigt. Heute habe ich alle diese Blogs eingestellt.

Als ich mit meiner Geocaching Komplizin und Ehefrau Anfang 2015 den 1000. Geocache gefunden habe, bekamen wir Lust zu dem Thema zu schreiben … und nach fast 8 Jahren und 1000 Caches dachten wir auch was zur Community beitragen zu können 🙂

Gab es von der Idee bis zur Umsetzung irgendwelche Schwierigkeiten und wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?
Ja, meine Hauptsorge ist immer ob das wirklich relevant ist. Da ich auch beruflich in der Branche unterwegs bin hatte ich Anfangs einen starken Focus allein darauf. Darüber habe ich dann etwas Wichtiges vernachlässigt – nämlich das dies ein Hobby- und ein privates Blog Projekt ist bei dem ich einfach mein Hobby mit anderen Interessenten teilen möchte.

Es geht nicht darum WIEVIELE Menschen das Lesen sondern WER das liest.
Wenn es für mich eine Art Notizbuch ist und interessant für meine Familie und Freunde, dann ist das schon viel.

Wenn dann auch noch ein paar Themen für andere Geocacher interessant sind und Austausch entsteht wäre ich sehr glücklich.

Blogs über Geocaching gibt es ja inzwischen viele. Wie unterscheidet sich dein Blog von den anderen?
Mir geht es in erster Linie um persönliche Meinungen, technische Trends, mein persönliches Archiv und vor allem den Austausch zwischen Menschen.

Der Blog beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Thema Geocaching und dem drumherum (viele Geocacher sind auch begeisterte Fotografen, viele Blogger sind auch viel im Internet unterwegs, Geocacher sind in der Regel technikaffin)

Im Laufe der Zeit möchte ich die begleitenden Themen wie z.B. Fotographie etwas ausbauen und es mehr zu einem multithematischen Blog machen.

Ich liebe die Blogs der Anfangszeit in denen viele noch viele über persönliche Erfahrungen gebloggt haben. Durch die hohe Professionalisierung in der Bloggerszene, rein monothematische Blogs und dem Fokus auf Traffic, SEO usw. sind diese emotional schönen Blogs rar geworden. Da hätte ich viel Lust wieder hin zurückzukehren.

Was kostet Dich dein Blog im Jahr? Wie finanzierst Du den Blog? Wie stehst Du zu Werbung auf deinem Blog? Hast Du Partner oder Sponsoren?
Wie oben beschrieben ist dies ein privates Projekt ohne weitere finanzielle Interessen. Das kostet mich ein paar Euros im Jahr, nicht mehr als andere für ihr Hobby auch ausgeben. Der Blog läuft auf einem hosted Webspace bei einem normalen Anbieter und basiert auf WordPress.

Ich habe keine Partner, Sponsoren oder ähnliches. Ich freue mich wenn mir Hersteller Testgeräte senden (wie aktuell Garmin) und ich denke es ist auch OK mal einen Affiliatelink zu Amazon (Werbung) oder ähnliches einzubauen sofern das klar gekennzeichnet ist. Tatsächlich hat der Blog bis heute keinen einzigen Euro verdient und das ist auch nicht das Ziel.

Wenn jemand Tagebuch führt, fragt man sich ja auch nicht ob man diese Memoiren eventuell später verkaufen kann 😉

Wie schaut das Team hinter deinem Blog aus? Bist Du ein Einzelkämpfer oder hast Du Unterstützung?
Aktuell bin ich Einzelkämpfer auch wenn ich dieses Wort aus 2 Gründen nicht mag – 1. ich sehe das nicht als Kampf oder Pflicht sondern Hobby und 2. wäre glücklich wenn wir auf der Welt viel weniger Einzelkämpfer hätten.Wenn jemand mit einsteigen wollen würde fände ich das auch (glaube ich) sehr lustig 🙂

Wieviel Zeit investierst Du/Ihr in den Blog?
Zu wenig 😉 Ich möchte das etwas regelmäßiger machen um auch später für mich ein besseres Archiv zu haben was in dem Thema in den Jahren passiert ist – das möchte ich dann mit 70 lesen wenn ich geocachender Renter bin und mit einem alten VW Bus Geocaches auf der Welt einsammle 😉

Wie findest Du deine Themen für deine Artikel?
.. ich nehme einfach was mich selber beschäftigt. Halt wie ein Tagebuch.

Wann schreibst Du deine Artikel? Hast Du einen bestimmten Rhythmus oder schreibst Du nur, wenn Dir gerade danach ist?
Ich schreibe nur wenn mir danach ist. Es ist mir sehr wichtig, dass dies ohne Druck und Zwang ein Hobbyprojekt bleibt – dass mir und meinen Lesern hoffentlich etwas Freude bereitet.

Hast Du bestimmte Schwerpunktthemen? Wenn ja, warum liegen Dir gerade diese Themen am Herzen?
Noch nicht wirklich – im Bereich Geocachen liegt mir sehr am Herzen was im Bereich Natur, Umwelt und Technologie entsteht und welche neuen Trends es gibt.

Wenn ich nicht cache bin ich begeisterter Outdoor Fan, koche und grille gern und würde unglaublich gern Fotografieren können (bin aber darin sehr sehr schlecht). Das wären potentielle Themen von denen ich mir vorstellen könnte, das ich sie gerne für mich schreiben würde weil es mir gut tut und darüberhinaus Themen sind, die andere Geocacher auch interessieren – quasi Content Beifang 🙂

Wie gehst Du beim Schreiben deiner Artikel vor? Alles „frei Schnauze“ oder verfolgst Du ein bestimmtes Konzept?
Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen. Ich habe aus meinem Kinderzimmer quasi auf einen Hochofen geschaut. Muss ich mehr sagen? Alles frei Schnauze ! 🙂

Welche Medien nutzt Du in deinem Blog? Bevorzugst Du kurze oder lange Texte? Machst Du deine eigenen Bilder oder gar Videos?
Ich mache (bisher) bisher keine Videos, da das sehr aufwendig ist und ich nicht wirklich gut darin bin. Könnte mir das aber vorstellen.
Bilder mache ich sehr gerne selber, da ich dabei ja auch etwas über das Fotografieren lernen kann.

Wie ist das bisherige Feedback deiner Nutzer? Gibt es viele Kommentare zu deinen Artikeln? Gibt es Wünsche oder Verbesserungsvorschläge?
Ich schreibe noch nicht sehr lange an diesem Blog, bekomme aber hin und wieder Kommentare. Würde mich natürlich über mehr freuen.

Erstaunlicherweise sind die meisten Kommentare von anderen Cachern, die ich nicht kenne, während viele meiner Freunde und Familie mir persönlich Feedback geben. Vielleicht sollte ich die mal fragen das auch im Blog zu tun? 😉 (*winkmitdemzaunpfahl*)

… im Ernst. Ich freue mich natürlich am meisten über direktes und persönliches Feedback aber etwas mehr Aktivität im Blog fände ich auch prima.

Schaust Du auch nach den anderen Geocaching-Blogs und -Podcasts? Wenn ja, welche liest Du? Wie hältst Du dich im Thema Geocaching auf dem Laufenden?
Natürlich – ich lese den Saarfuchs 🙂
… und viele mehr.

Ich bin begeisterter Podcast Hörer und höre regelmäßig (täglich) verschiedene Podcast zu verschiedensten Themen (Krimis, Wissenschaft, Psychologie, Business etc.) Die Geocaching Podcasts waren mir fast immer zu sperrig. Vielleicht ist das nicht das richtige Medium um über Geocachen zu reden? Vielleicht sollte ich auch einfach mal wieder ein paar hören? Empfehlungen? Gern in die Kommentare 🙂

Wie gefällt Dir die aktuelle Geocaching-Blogger-Szene?
Es scheinen mir viele auch das Problem der „Sinnkrise“ zu haben und zwischen aktiven Phasen und inaktiven Phasen zu wechseln. Ich denke das neben der erforderlichen Zeit sicher auch immer wieder die Frage aufkommt, warum man das tut.

Ich würde mich sehr freuen, mehr über die Hintergründe der Cacher und Ihrer Touren zu lesen und mehr Aktivität zwischen den Blogs zu haben.

Bei Berichten und Kommentaren zu kritischen Themen liest man oft das Killer-Argument „Hört auf zu diskutieren und geht lieber raus Dosen suchen.“ Wie ist deine Antwort darauf?
#ROTFL ich lese auch gerne Fitness Blogs … die wären ja per se unnütz. Ich denke das Motivation und Information Sinn machen und für mich schwingt dann immer auch der Community Gedanke mit.

Ich freue mich mit anderen wenn die einen guten Geocaching Nachmittag hatten, muss dann aber kein Post „Wir waren im Wald und haben 2 Tradis gefunden“ lesen. Wenn aber was besonderes dabei war, finde ich das sehr relevant und gibt uns allen Anregungen auch selber bessere eigene Caches zu verstecken.

Gibt es bei Dir eine Netiquette für Kommentare?
Ich denke das Recht auf eigene Meinung und Kommunikationsfreiheit ist ein hohes Gut, daher kann jeder Schreiben was er möchte, solange es nicht Persönlichkeitsrechte verletzt, rassistisch, sexistisch ist oder diffamiert etc.

Was glaubst Du, wie sich Geocaching in den nächsten fünf Jahren verändern wird? Welche Auswirkungen wird das auf die Geocaching-Blogs haben?

Ich glaube die Sicherheitslage könnte zu Problemen für das Geocaching werden. Die Community muss immer vorsichtiger sein und Verstecke mit Bedacht wählen, wenn wir nicht mit einem guten Versteck andere Menschen ängstigen möchten. Ich hoffe das dadurch mehr hochwertige Caches entstehen und die Anzahl von einfachen Tradis an manchen Orten abnimmt. Keiner braucht einen Petling unter einer Bank am Flughafen oder im Einkaufszentrum. Vielleicht führt das auch wieder zu mehr gut gemachten Multis?

Technisch entwickeln sich die Handys immer weiter und haben heute vergleichbar gute GPS Chipsätze wie professionelle Navigationsgeräte. Das kann mit Apps mehr User locken die auf einfache Tradis gehen. Ich selber bin immer noch ein Fan eines robusten Outdoor Gerätes wenn ich im Regen, Schlamm und Matsch im Wald oder beim Klettern unterwegs bin.

Groundspeak experimentiert ja momentan viel mit Challenges und Badges. Aktuell nervt das eher aber da liegt noch Potential. Spannend ist zu sehen dass m.E. zum Beispiel Pokemon Go oder Ingress nicht wirklich Leute vom cachen abhält. Der Reiz der Kontinuität und das Entdecken neuer Orte macht Geocaching doch auch nach 16 Jahren immer noch sehr spannend.

Nun noch zu Dir – ganz kurz, wie bist Du zum Geocaching gekommen und was machst Du so, wenn Du nicht gerade eine Dose suchst?
cachemobil 1969 Chevrolet Caprice

Ich bin Vater von 3 tollen Kindern, habe eine Wahnsinns Frau und bin völliger Familienmensch. Am Anfang dachten meine Frau und ich das wir beim Geocachen die Jungs eher zum Spaziergang überrede
n können (was auch funktioniert hat). Heute treiben Sie mich zum nächsten Lostplace 😉

Neben Kochen, Fotographie, Krimis und Sport beschäftige ich mich gern mit US Oldtimern und so fahre ich als Cachemobile einen 69er Chevy Caprice der viel Zeit und Pflege braucht :-).

Möchtest Du noch einen Gruß loswerden?
Liebe Grüße an all die netten Geocacher die ich bisher an vielen Dosen, Finals oder Lostplaces getroffen habe. Dieser kurze Schnack ist für mich immer ein Highlight!

Ende

Vielen Dank an den Saarfuchs für die Anregung und Fragen: hier geht es zum Interview beim Saarfuchs.

 

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